WDR 2001
Digibeta, 4:3, Stereo, deutsche Fassung, englisches Manuskript vorhanden
Kamera: Beatrix Wiggeshoff
Schnitt: Gisela Koschytorz
Aufnahmeleitung Sana’a: Yahya Al-Madani
Redaktion: Manfred Pütz
Sanaa im Jahr 2000: Die meisten Frauen im Jemen zeigen sich in der Öffentlichkeit nur mit Schleier. Fotos oder gar Filmaufnahmen lehnen sie meistens ab. Die Angst, „das Gesicht zu verlieren", ist groß. Zum ersten und bis heute einzigen Mal gelang es einem deutschen Fernsehteam, das Vertrauen jemenitischer Frauen und einen Einblick in ihren privaten und beruflichen Alltag zu gewinnen.
Jemenitische Akademikerinnen und Analphabetinnen kommen gleichermaßen zu Wort. Dass die meisten von ihnen bis auf die Augen verschleiert sind, sagt nichts über den Grad ihrer Bildung oder ihrer
Anerkennung in der Familie und in der Gesellschaft. Viele Frauen zeigen sich in der Öffentlichkeit vor allem deshalb verschleiert, um ihren persönlichen oder beruflichen Interessen ungestört
nachgehen zu können.
Es entstand ein Film, der vielen europäischen Klischees von der Welt arabischer Frauen und ihrem Leben in scheinbarer Unsichtbarkeit starke, lebensfrohe Bilder
entgegenhält. „Explosion der Stille" handelt vom Selbstbewusstsein jemenitischer Frauen, 12 Jahre nach der Wiedervereinigung des Süd- und des Nordjemen, 30 Jahre
nach der ersten Öffnung des Landes für Touristen und Gäste aus dem Westen.
Leider wurden die Hoffnungen auf Frieden und Stabilität in diesem Land während der folgenden Jahre durch die Politik überrollt.
Dieter Deul
epd medien, 8. Dezember 2001, PDF
Lis Schenk
Unter dem Schleier fühlen sie sich freier.
Die Regisseurin Annette von Wangenheim drehte den ersten Film über Frauen im Jemen,
WELT am Sonntag, 25. November 2001
Installation in der Ausstellung „Töchter des Jemen“, Völkerkundemuseum zu Leipzig 2005
