Pädagogik

Die Musikpädagogik habe ich weder gesucht noch studiert. Sie kam zu mir, ist geblieben und wurde zu einem festen Bestandteil meines Lebens.

Als ich selbst noch Schülerin an der Städtischen Musikschule Meerbusch war, meinte die damalige Direktorin der Musikschule, > Ingrid Kuntze: „Wir haben da ein Kind im Rollstuhl, seine Mutter kann es im Stuhl nicht mehr die Stufen in der Schule hoch hieven (Aufzüge gab es nicht), alles zu schwer und mühsam. Ich möchte einige andere Kinder um das Rollstuhlkind gruppieren und dich bitten, dieses Ensemble zu unterrichten. Zu Hause, bei dem Rollstuhlkind.“

Diese für mich völlig unerwartete Herausforderung habe ich damals gern angenommen – und wurde zur Jungdozentin der > Städtischen Musikschule Meerbusch. Wir praktizierten Inklusion ohne große Worte, lange bevor die musikalische Arbeit mit Behinderten einen Namen bekam. Diese erste inklusive Gruppe entwickelte sich bald zu einer meiner kreativsten, fröhlichsten und intensivsten Musikgruppen bis heute. 


Seit ich in Karlsruhe lebe, haben sich die musikpädagogischen Bereiche erweitert und vertieft. Ich leitete das Flötenensemble der Mittelstufe an der > Freien Waldorfschule Karlsruhe zwölf Jahre lang, sowie einen Erwachsenen-Blockflötenspielkreis an der Volkshochschule, aus dem das Quartett „Die Ladies mit Pfiff“ hervorging. Von 2016 bis 2019 gab ich an der Waldorfschule auch Musikunterricht für Klassen, von der 4. bis zur 8. Jahrgangsstufe. Meine Schüler*innen im Einzel- und Gruppenunterricht lernen Sopran-, Alt- und Tenorflöte. (Bassflöte ist leider nicht gefragt)

Mit Laien aller Altersgruppen musikalisch zu arbeiten, bedeutet mir sehr viel. Vor allem in der heutigen Zeit. Der direkte Kontakt und das gemeinsame Erleben der Sprache Musik, ja der unterschiedlichsten Musikwelten, mit all ihren Farben, Emotionen und Verbindungen, hat für mich nur oberflächlich mit „Spaß haben“ zu tun. Mir geht es vielmehr darum, in künstlerische Dimensionen einzutauchen, Zusammenhänge zu begreifen und ihre Tiefe, Kontraste und Schönheit zu erkunden. Diese Prozesse verstehe ich auch als ästhetische Bildung und möchte im Unterricht eine Freude vermitteln und entstehen lassen, die unser tiefstes Innerstes bewegt. Eine Freude, die keine digitale Technik, keinen intellektuellen Überbau und kein maschinelles Funktionieren braucht – aber immer den ganzen Menschen.

 

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