ARTE 2010
Digibeta, Stereo, 16:9, deutsche und französische Fassung,
IT Fassung mit englischen Untertiteln
Kamera: Jürgen Behrens, Gottfried Betz, Eyck Detjens, Monika Eise, Holger Russek, Hubert Schick, Hermann Schulz, Freddy
Waldner
Schnitt: Gisela Koschytorz
Redaktion: Lothar Mattner
> „Ich halte ihn für den besten Film über den Tanz seit es das Fernsehen gibt.“
Horst Koegler im
tanznetz-Koeglerjournal am 10. April 2010
Am 19. Mai 1909 trat der legendäre Tänzer Vaslaw Nijinsky zum ersten Mal mit den Ballets Russes in Paris auf – dieses Gastspiel gilt als die Geburtsstunde des Modernen
Balletts. Paris lag ihm zu Füßen, ja war berauscht von seiner außergewöhnlichen Sprungkraft und Körperpräsenz.
Bis heute haben sich zahllose Choreographen mit Nijinskys Leben und Werk auseinandergesetzt, aber keiner ist dem Ausnahme-Künstler so nah gekommen wie John Neumeier. Er hat nicht nur drei
Choreographien über ihn geschaffen – „Vaslaw“ (1979), „ Nijinsky“ (2000) und „Le Pavillon d'Armide“ (2009) – sondern auch die weltweit größte Nijinsky-Sammlung aufgebaut. Sie befindet sich in
Neumeiers Villa, der Choreograph lebt mit ihr unter einem Dach und entdeckt Nijinsky immer wieder neu. Zum Beispiel als Maler.
Mit der Ausstellung „Tanz der Farben. Nijinskys Auge und die Abstraktion“ präsentierte John Neumeier erstmals über 80 Originale in der Hamburger Kunsthalle. Die Schau entstand 2009 zu Ehren des
100jährigen Jubiläums der Ballets Russes. Sie zählt zu den Highlights des 90 minütigen Films, ebenso wie eine exklusive „homestory“, eine Führung von und mit Neumeier durch seine privaten
Kunst-Räume.
Das Doppelportrait „Nijinsky & Neumeier“ verfolgt Spuren einer einzigartigen Seelenverwandtschaft, jenseits von Zeit und Raum. Dabei stehen Schlüsselszenen aus Neumeiers Meisterwerken
„Nijinsky“, „Le Pavillon d'Armide“ und „Le Sacre“ im Mittelpunkt. Hier wird der Mythos Nijinsky lebendig, im Spiegel der Choreographie des Zeitgenossen.
Neumeier selbst kommentiert die Tanzausschnitte, wirft Rückblicke auf Nijinskys ästhetische Welt und dessen Bahn brechende Neuerungen. Er verbindet Geschichte mit Gegenwart, nicht als Historiker
sondern als Künstler. Nijinsky kommt mit Zitaten aus seiner Autobiographie zu Wort, wie in einem imaginären Zwiegespräch mit (s)einem geistigen Erben.
Literatur
John Neumeier: In Bewegung
Collection
Rolf Heyne, 2008, ISBN 978-3-89910-403-5
Nijinsky Tagebücher
Die Tagebuchaufzeichnungen in der Originalfassung
Insel Taschenbuch 2249, ISBN 3-458-33949-3
